Ansicht_Schmuckbogen_50ct_Briefmarken_SC_DHFK_web Die Sonderbriefmarken der LVZ-Post ausAnlass des 60. Vereinsgeburtstages. Leipzig. Wenn der erfolgreichste Sportverein der Welt 60 Jahre alt wird, ist dies natürlich ein Grund zum Feiern. Zugleich wird mit Lobeshymnen nicht sparsam umgegangen, wie der Festakt am Sonnabend im Mediencampus bewies. Der Verein hatte zum Geburtstag verschiedene Laudatoren engagiert - und bei einem ein beachtliches Zeichen gesetzt: Ausgerechnet LAZ-Präsident Robert Clemen ehrte den „Mr. Leichtathletik“ Thomas Munkelt, der seine große Hürden-Karriere 1980 mit dem Olympiasieg gekrönt hatte. Nachdem SC-DHfK-Präsident Christoph Hansel am Samstag im LVZ-Interview noch ganz allgemein von Kooperationen und Fusionen gesprochen hatte, um den Leipziger Leistungssport zukunftsfähig zu machen, wurde sein LAZ-Kollege recht konkret und meinte: „Es gibt gute Zeichen am Horizont, dass wir in Bälde gemeinsame Wege gehen.“

Hauptredner des Abends war der ehemalige LVZ-Sportchef Winfried Wächter, der sich mit seinen 61 Jahren in der aktuellen Altersklasse des SC DHfK bestens auskennt und für seine sehr persönlichen Worte viel Lob erntete. „Wenn in Dresden wieder Posten verteilt werden, können sie ruhig beim Sport bleiben“, sagte er zu Sachsens Innenminister Markus Ulbig, der den Club als „Leuchtturm unter den sächsischen Sportvereinen“ bezeichnete und offenbar gern von Zeit zu Zeit mit einem Fördermittelbescheid vorbei kommt.

Handball-Geschäftsführer Karsten Günther fühlte sich geehrt, eine Laudatio auf die 66er Europapokalsieger Lothar Fährmann und Wolf-Dietrich Neiling halten zu dürfen. Gern nahm er die Wächtersche Vorlage auf, dass die DHfK-Handballer 2022 mal wieder mit einem EC-Triumph an der Reihe wären. „Da sind wir ungeduldiger“, sagte Neiling - auch mit Blick auf Sportmedizin-Guru Kurt Tittel (94), der ebenso unter den Gästen weilte wie Kanurennsportler Dieter Krause (78), der 1960 die erste von 56 olympischen Goldmedaillen für den Verein holte. Oder Lothar Drechsler (87), der mit 27 der erste Vereinsvorsitzende war und eine eher traurige Geschichte aus den Anfängen erzählte: Die „Fußballschule“ des SC DHfK spielte 1954 eine Halbserie in der DDR-Liga. Doch sie sei der Sportführung (und anderen Mächten) ein Dorn im Auge gewesen, sodass die Spieler über Nacht das Internat räumen mussten und an Dynamo sowie den Armeesportklub verteilt wurden.

Bei den Geehrten der Top-Sportarten spielte nicht nur die Anzahl der Medaillen eine Rolle, sondern die Treue zum Verein. „Vielleicht haben wir auch eine Frauen-Quote zu erfüllen“, scherzte Ruder-Olympiasiegerin Angelika Noack, die heute als Sportlehrerin arbeitet sowie als ehrenamtliche Trainerin große Erfolge feiert. Die 60-Jährige wurde von Sportamtsleiterin Kerstin Kirmes gewürdigt. „So viel Lob für eine Trainerin gibt es selten, das geht runter wie Öl“, sagte Angelika Noack: „Davon zehre ich an weniger guten Tagen.“ 

Frank Schober, erschienen in: Leipziger Volkszeitung, 22.09.2014