ronaldmcdonald Freuen sich über den neuen Schmuckbogen und die Hilfe von LVZ Post Chef Andreas Erzkamp (Dritter von rechts): Michael Prüms, Leonie, Melanie Schröder vom Ronald-McDonald-Haus und Stefanie Gröschke mit Sorgenkind Emily Loreen (von links).Foto: André Kempner Philatelisten und Absender von analoger Post dürfen sich Mitte Februar auf zwei Sonderbriefmarken und einen Schmuckbogen aus dem Hause LVZ Post freuen. Und darauf, mit dem Kauf der Wertzeichen etwas Gutes zu tun. Anlässlich des zwölften Eröffnungstages des Leipziger Ronald-McDonald-Hauses will das Serviceunternehmen der Leipziger Volkszeitung der Einrichtung in der Rubensstraße 1 und deren Träger, der Stiftung McDonald’s Kinderhilfe, unter die Arme greifen.

Wer demnächst beispielsweise den Schmuckbogen in einem der LVZ Shops für drei Euro erwirbt, spendet 25 Cent an die Stiftung. Das gute Stück ist wahrlich sein Geld wert, denn es zeigt unten links zwei freundliche junge Damen, denen nicht anzusehen ist, welch’ hartes Schicksal sie vereint: Stefanie Gröschke aus Eilenburg und ihr Sorgenkind, die kleine Emily Loreen. Das Mädchen leidet unter den Folgen einer Gastroschisis, einer Fehlbildung der Bauchwand, die zu einem Kurzdarmsyndrom führte.

Seit ihrer Geburt am 12. Juni 2011 hat Emily deshalb einen künstlichen Darmausgang. Sie muss intensiv behandelt und gepflegt werden – und zwar in der Universitätskinderklinik. Seit sie auf der Welt ist, kennt die Kleine eigentlich nur das Krankenhaus und das Ronald-McDonald- Haus, wo Mama Stefanie, deren älteste Tochter Leonie (5) und Partner Michael Prüms (28) seit vielen, vielen Monaten zu den Stammgästen zählen. Zehn Gehminuten von der Klinik entfernt, stellt die Herberge für die Familie Gröschke/ Prüms ein Zuhause auf Zeit und eine Oase für die Seele dar.

Eltern von außerhalb, deren Leben durch die schwere Krankheit eines ihrer Kinder auf den Kopf gestellt wurde, können bei „Ronald McDonald“ nach anstrengenden Stunden am Krankenbett oder intensiver Betreuung außerhalb der Uni-Klinik zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen, Mut fassen. In Gesprächen am Kamin oder beim Essen in der Gemeinschaftsküche treffen sie auf Mütter und Väter, die ein ähnliches Schicksal – meist von weither – nach Leipzig geführt hat.

„Ich genieße die freien Stunden hier im Haus“, sagt Stefanie Gröschke. „Egal, ob ich mit anderen Betroffenen spreche oder in unserem Apartment einfach nur einen Rückzugsraum finde.“ Haus-Leiterin Melanie Schröder (43) kann das gut verstehen: „Wir wollen die Eltern und Geschwisterkinder verwöhnen, um sie zu stärken.“ Bei ihrer Arbeit sind Schröder & Co. auf Spenden und Sponsoren angewiesen. „Das Geld von den Kassen macht ein knappes Drittel der Summe aus, die nötig ist, um die Betriebskosten zu decken“, rechnet sie vor.


Stefanie Gröschke und Michael Prüms wissen, dass das Ronald-McDonald-Haus keine Dauerlösung ist. Um ihrer Tochter, die bis auf Weiteres in stationärer Behandlung bleiben muss, immer schnell nahe sein zu können, suchen sie in Uniklinik- Nähe in diesen Tagen verzweifelt nach einer Fünf-Raum-Wohnung, die überdies günstig sein muss. Denn einem Job können beide derzeit nicht nachgehen. Wegen Emily.

Dominic Welters, erschienen in: Leipziger Volkszeitung, 29.01.2014